Praxis Dr. med. Lukas Eberle

halsnasenohrenarzt.ch

Schnarchen / Schlafapnoesyndrom / OSAS

Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom (Schlafatemnot-Syndrom)

Heute weiss man, dass es neben dem harmlosen Schnarchen, welches nur ein akustisches und partnerschaftliches Problem ist, auch ein gefährliches Schnarchen mit schwerwiegenden, gesundheitlichen Langzeitschäden gibt. Dann nämlich, wenn das Schnarchen so stark ist, dass es zu wiederholten Atemstillständen kommt. Man spricht dann von einem Schnarchen mit Atemnotsyndrom oder einem obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom.

Männer stärker betroffen
Schnarchen tritt häufiger bei Männern als bei Frauen auf. Bei Männern über 50 Jahren sind 50% Schnarcher, von den über 30-jährigen Männern schnarchen 20%. Vor den Wechseljahren sind Frauen durch ihre Geschlechtshormone weitgehend geschützt. 90% der Schnarcher mit einem Atemnotsyndrom sind Männer. Da das Phänomen des Schlafapnoe-Syndroms noch nicht restlos erforscht und unter einem Grossteil der Bevölkerung noch unbekannt ist, nimmt man an, dass in der Schweiz 1% bis 4% der Bevölkerung unter einem Schlafapnoe-Syndrom leidet.

Unfallgefahr nimmt zu
Von einem Schlafapnoe-Syndrom spricht man, wenn es nachts zu mindestens 10 Atemstillständen von 10 Sekunden Dauer pro Stunde kommt. Dadurch kommt es zu einer Zerstörung der normalen Schlafarchitektur. Die Patienten sind am Morgen nicht ausgeschlafen und leiden unter Tagesmüdigkeit, Konzentrationsstörungen und Einschlafneigungen am Arbeitsplatz oder am Steuer. Falls die Krankheit nicht entdeckt und behandelt wird, kann es zu Problemen am Arbeitsplatz kommen, die gar bis zu einer Kündigung führen. Da die Durchblutung lebenswichtiger Organe wie Herz, Lunge und Gehirn während den Atempausen gestört ist, sind Patienten mit Atemnotsyndromen einem deutlich höheren Risiko von Herzinfarkt, Hirnschlag, Lungenerkrankungen, erhöhtem Blutdruck und damit verkürzter Lebensdauer unterworfen. Als weiteres Symptom kann es zu Impotenz kommen. Wegen der erhöhten Einschlafneigung am Steuer ist das Risiko für schwerwiegende Verkehrsunfälle bei Patienten mit Atemnotsyndrom zehnmal so gross wie bei der gesunden Bevölkerung. Im Durchschnitt kommt es bei unbehandelten Patienten zu einem Unfall pro 15′000 km Autofahren.

Verschiedene Risikofaktoren
Dazu zählen Übergewicht, abendlicher Alkoholkonsum, Schlafmittel, einige andere Psychopharmaka, anatomische Besonderheiten wie grosse Mandeln, grosses Halszäpfchen, verengte Nasenwege durch Nasenscheidewandverkürzung, Polypen oder Nasenmuschelschwellungen, Kehlkopferkrankungen oder Zahnfehlstellungen. Auch übermässiger Nikotinkonsum wird als schnarchfördernd angesehen.

Schlafhygiene

  • kein Kaffe, Tee, Cola nach Mittagessen
  • 6-8 Stunden Schlaf
  • regelmässiger Rythmus (Bettzeit und Aufstehzeit)
  • Einschlafritual
  • körperliche Tätigkeit tagsüber
  • keine schweren Mahlzeiten abends
  • nachts nicht auf den Wecker/ auf die Uhr schauen
  • angehnehme Atmosphäre im Schlafzimmer (Dunkelheit, kein Lärm)
  • keine intensive geistige oder körperliche Aktivität vor dem Zubettgehen
  • Alkohol ist kein gutes Schlafmittel
  • keine Schichtarbeit/ kein regelmässiger Jet lag

Schlaflabor / Schlafstörungen / Schlafapnoe messen
Im Gespräch mit dem Hausarzt kann anhand der Aussage des Patienten und der Partnerin häufig schon recht gut abgeschätzt werden, ob es sich um ein harmloses Schnarchen oder ein Schlafapnoe-Syndrom handelt. Auch können schnarchfördernde Faktoren angegangen und der Therapieeffekt beurteilt werden. Falls die Therapie nicht erfolgreich ist, oder der Verdacht auf ein Schlafapnoe-Syndrom vorliegt, empfiehlt Dr. Eberle eine genaue Abklärung. In diesen Fällen sollte nämlich eine Schlafanalyse zur genauen Diagnose und der Festlegung des Schweregrades der Erkrankung gemacht werden. Während die Patienten bis vor einigen Jahren in einem Schlaflabor schlafen mussten, gibt es heue Analysegeräte, die von den Patienten in der gewohnten Umgebung zu Hause getragen werden können. Die Resultate werden im Gerät gespeichert und vom Computer in der Praxis von Dr. Eberle analysiert. Diese Geräte sind heute so genau, dass praktisch jeder Atemzug untersucht werden kann.

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Mit dem ambulanten Schlafmonitoringgerät kann der Patient zu Hause schlafen, trotzdem gelingt eine sehr genaue Analyse der nächtlichen Schlafsituation.