Praxis Dr. med. Lukas Eberle

halsnasenohrenarzt.ch

Mittelohrentzündungen

Mittelohrentzündungen (Otitis media) können durch Bakterien oder Viren verursacht sein. In seltenen Fällen kann es dabei zu schweren Komplikationen (Innenohrschwerhörigkeit bis Taubheit, Gleichgewichtsstörung bis Gleichgewichtsverlust, Hirnhautentzündung bis Hirnabszess) kommen. Eine Mittelohrentzündung sollte spätestens 24 Stunden nach Auftreten ärztlich beurteilt und behandelt werden. Wiederholte Mittelohrentzündungen können zu persistierenden Trommelfelldefekten (Trommelfellperforation) mit entsprechendem Hörverlust führen. Bei atypischer Lage einer Trommelfellperforation (peripher) spricht man von einem Cholesteatom. Dabei kann es über Jahre hinweg zu langsamem Einwachsen der Gehörgangshaut ins Mittelohr, Innenohr und Schädelbasis führen aller dort liegenden anatomischen Strukturen und potenziell lebensgefährlichen Komplikationen.



Mittelohr mit Trommelfell, Gehörknöchelchenkette und Eustach’scher Röhre



Nahaufnahme der Gehörknöchelchenkette (Hammer, Amboss, Steigbügel)



Persistierender (doppelter) Trommelfelldefekt



Cholesteatom mit Einwachsen der Gehörgangshaut ins Mittelohr

Trommelfelldefekte, Schwerhörigkeiten durch Unterbruch der Gehörknöchelchenkette und Cholesteatome müssen chirurgisch behandelt werden (Mittelohrchirurgie siehe auch INF). Dr. Eberle hat sich im Rahmen einer Fellowship in Mittelohrchirurgie während über einem Jahr an einer Universitätsklinik in Kapstadt (Südafrika) auf diesem Gebiet spezialisiert und führt regelmässig diese Operationen im Spital durch. Dabei wird das Trommelfell durch körpereigene Schläfenmuskelhaut rekonstruiert (Tympanoplastik), die Erfolgrate für diesen Eingriff liegt bei über 90%. Die Gehörknöchelchendefekte können durch chirurgische Hörrekonstruktion (mit den eigenen Gehörknöchelchen oder mit Implantaten z.B. aus Titan) behandelt werden. Ein Cholesteatom muss durch die Operation vollständig entfernt werden, damit keine lebensgefährlichen Spätkomplikationen mehr möglich sind. Dabei sind aufwändige chirurgische Rekonstruktionen des Mittelohrs und des Gehörgangs nötig.



Mikroskopische Mittelohrchirurgie



Abbildung nach Trommelfellersatz durch Tympanoplastik und Gehörknöchelchenersatz durch Implantat