Praxis Dr. med. Lukas Eberle

halsnasenohrenarzt.ch

Mandeloperation (Tonsillektomie)

Intrakapsuläre Tonsillektomie bei Kindern mit obstruktivem Schlafatemnot-Syndrom und Tonsillenhypertrophie ohne Anginen



Zettel, auf der eine Mutter die Symptome ihres Kindes mit vergrösserten Mandeln (und Schlafapnoe-Syndrom) beschreibt: Viel bleich, viel müde, immer offener Mund, Mundgeruch.


In den Vereinigten Staaten wird schon seit längerer Zeit eine neue Methode der Mandeloperation bei Kindern mit grossen Mandeln (ohne Infekte) propagiert: die intrakapsuläre Tonsillektomie. Bei diesem Eingriff wird nur der prolabierende Anteil der Tonsillen mit dem Elektromesser oder Laser reseziert mit intraoperativer Blutstillung. Da durch den Eingriff die Wunde weniger tief ist und das Muskelbett nicht frei liegt, haben die Patienten deutlich weniger postoperative Beschwerden und eine schnellere Wundheilung. Auch ist die Tonsillennachblutungsgefahr bei diesem Eingriff deutlich erniedrigt (klar unter 1%). Ein Rest des Tonsillengewebes wird bewußt belassen, sodass der Eingriff auch bei Kleinkindern durchführbar ist. Patienten können in der Regel am ersten postoperativen Tag entlassen werden. Bei ausgewählten Fällen wird den Eltern diese Operationstechnik als Alternative zur klassischen Tonsillektomie vorgeschlagen.



vergrösserte Mandeln bei Kind mit Schlafapnoe-Syndrom (Operationsbild) umkehren



Status nach chirurgischer Behandlung mit der neuen Operationstechnik (Radiofrequenz, intraoperatives Bild)



Radiofrequenzgerät zur Durchführung der intrakapsulären Tonsillektomie

Das Giraffenspiel

Giraffenspiel
Für eine gute Wundheilung nach der Mandeloperation ist eine genügende Flüssigkeitszufuhr zwingend notwendig. So wird die offene Wunde auf einfache Weise gereinigt und das Nachblutungsrisiko (welches am 10.-12. Tag nach dem Eingriff am höchsten ist) reduziert!
Bei Kindern probieren wir im Spital dieses Problem auf spielerische Weise zu lösen: Bei jedem Bett ist (im Spital Schwyz wie auch in Einsiedeln) ein kleiner Fernseher installiert. Die Kinder sollen jeweils ein Glacé essen oder ein Glas (Sirup, Tee, Eistee, Milch, Schoggimilch) trinken und danach eine Einheit auf dem “Giraffenblatt” (siehe oben) beim entsprechenden Tag ausmalen. Zur Belohnung darf das Kind dann eine halbe Stunde fernsehen. Dann beginnt das Spiel wieder von vorne.
Seit der Einführung des Giraffenspiels (übrigens die Idee einer unserer Krankenschwestern!) müssen Angehörige und Personal viel weniger Aufwand betreiben, um die operierten Kinder zum Trinken zu motivieren. Seither hat auch die Nachblutungsrate eindeutig abgenommen! Das Spiel soll zu Hause noch bis 2 Wochen nach der Operation weitergeführt werden, also bis zur vollständigen Wundheilung. Richtlinie: pro Tag mindestens soviel Einheiten à 150 ml trinken wie das Alter + 2!