Praxis Dr. med. Lukas Eberle

halsnasenohrenarzt.ch

Medienbericht Schnarchen (Zentralschweiz am Sonntag)

Mit Tennisbällen im Pyjama gegen nächtliches Schnarchen

Schneider Kerim Togan (58) hat über 500 schnarchenden Patienten geholfen. Das unerfreuliche Geräusch wird mit ungewöhnlichen Mitteln bekämpft.

Auch Kerim Togan hat geschnarcht. Inzwischen haben er und seine Frau Vedia jedoch ruhige und erholsame Nächte. Der 58-jährige Schneider hat zusammen mit dem Brunner Hals-Nasen-Ohren-Spezialisten Lukas Eberle ein System weiterentwickelt, welches das Schnarchen stoppen kann. Ausgerechnet Tennisbälle helfen ihm dabei. Die Rückenlage ist die Schlafposition, die am häufigsten zu Schnarchen und oft gesundheitsschädigenden Atempausen führt. Die Lagerungstherapie, bei der durch Einnähen von Tennisbällen in den hinteren Teil des Pyjamas die Rückenlage im Schlaf verhindert werden soll, ist zwar nicht neu. Doch der gebürtige Aramäer aus Mesopotamien (heute Südosttürkei) hat die bestehende Methode geändert und verbessert. «Ich habe sofort gesehen, dass der ursprüngliche Plan die Wirkung verfehlt. Die Bälle müssen anders platziert werden», erzählt er. Dank seiner Innovation konnte inzwischen über 500 schnarchenden Patienten geholfen werden.

Mit einem «Diplom» geehrt

Das Schneideratelier in Ibach, in dem Togans arbeiten, ist klein. Hunderte von Fäden, mehrere Nähmaschinen, ein Bügeleisen sowie Stoffe, Krawatten, Hosen und Kleider sind hier zu finden. Der grosse Stolz von Kerim Togan, der 1978 in die Schweiz gekommen ist und 1994 eingebürgert wurde, ist aber ein Diplom. «Der Schnarchexperte Dr. med. Lukas Eberle verleiht Kerim Togan den Goldenen Tennisball für 500 erfolgreiche exklusive T-Shirt-Anpassungen», ist darauf zu lesen. «Ich freue mich sehr darüber. Es ist für mich eine Ehre, mit Doktor Eberle zusammenarbeiten zu dürfen», sagt er. «Es ist super, dass mit einfachsten Mitteln so vielen Menschen geholfen werden kann. Kerim Togan hat uns tatkräftig und mit viel Herzblut unterstützt. Ich wollte ihm mit dieser Geste für sein Engagement danken», sagt der 53-jährige Arzt aus Brunnen. Er betont, dass die Erfindung von Togan sehr kostengünstig und bei vielen Schnarchpatienten hilfreich sei. Daneben gebe es natürlich noch zahlreiche andere Therapien. «Schnarchen ist weit verbreitet und in der Schweiz ein Milliardengeschäft.»

Früh vom Schneidern begeistert

Nur 45 Franken verlangt Kerim Togan für seine Dienstleistung. Sowieso hat der Mann, der immer wieder von seiner Heimat schwärmt, eine besondere Lebensgeschichte zu erzählen. Er ist in Äzech (heute Idil) aufgewachsen. Das Schneidern, so erzählt er mit leuchtenden Augen, sei «seine erste Liebe» gewesen. Noch keine 15 Jahre alt war er, als er sein Elternhaus verliess und in die grosse Stadt Istanbul zog. Dort schlug er sich allein durch. «Tagsüber arbeitete ich in einer Konfektion, und am Abend lernte ich das Handwerk des Schneiders.»

Heute verdanken ihm Hunderte Schnarchgeplagte eine ruhigere und friedlichere Nacht.

 

Jeder Fünfte ist ein Schnarcher

«Schnarchen ist eine Volkskrankheit. Ich gehe davon aus, dass über 20 Prozent der Schweizer Bevölkerung schnarchen. Schnarchen tritt häufiger bei Männern als bei Frauen auf. Bei Männern über 50 Jahren sind 50 Prozent vom Schnarchen betroffen», sagt Lukas Eberle. Der Hals-Nasen-Ohren-Arzt ist ein Experte auf dem Gebiet. In den letzten 20 Jahren hat er über 5000 Schnarchabklärungen durchgeführt.

Die Behandlung des Schnarchens richtet sich nach den Ursachen und dem Schweregrad der Erkrankung. «Es ist mir ein grosses Anliegen, dass wir jeden Patienten individuell behandeln», erklärt Eberle. Ein generell für alle Betroffenen wirksames Mittel gegen das Schnarchen gebe es nicht. «Jeder Patient bekommt ein anderes Therapieverfahren. Wir versuchen, für jeden Patienten ein massgeschneidertes Therapiekonzept zu erstellen. Die Tennisball-Methode ist dabei eine von vielen möglichen Behandlungen.»

 

Kerim Togan mit einem seiner «Anti-Schnarch-Pyjamas»
Kerim Togan mit einem seiner «Anti-Schnarch-Pyjamas» (Bild: Andrea Schelbert)

Quelle: Zentralschweiz am Sonntag, Ausgabe vom 10.08.2014 (Autorin: Andrea Schelbert)