Praxis Dr. med. Lukas Eberle

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Pressemitteilung Nasenkorrektur / Nasenoperation (Beobachter)


Gütesiegel gegen Schönheitsfehler

Die Schönheitschirurgie boomt. Doch nicht jeder Arzt, der Hand anlegt, ist auch qualifiziert. Nun will eine Firma mit einem Gütesiegel für Transparenz sorgen - das ärgert den Chirurgenverband

NasenoperationDie knorplige Nase sah nicht nur unschön aus, sie behinderte Kosana Jelic, 36, aus Einsiedeln SZ auch beim Atmen. Sie entschloss sich deshalb, ihre Nase von einem plastischen Chirurgen operieren zu lassen. Doch an der operierten Stelle entstand eine Narbe, die der Chirurg in einer zweiten Operation entfernen musste. Danach blieb in der Nase der jungen Frau eine Einbuchtung zurück. Jelic begab sich in die Hände eines anderen Chirurgen, der in zwei weiteren Eingriffen mit einem Stück Knorpel die Nase wiederherzustellen versuchte. Jelic geriet vom Regen in die Traufe: Den Knorpel entnahm der Chirurg der rechten Ohrmuschel: Ihr Ohr stand jetzt ab, und das Implantat in der Nase verrutschte. «Es war ein einziger Pfusch. Ich sah schrecklich aus, und das nach vier Operationen», sagt Jelic.

«Nasenkorrekturen gehören zu den schwierigsten Eingriffen», sagt Hals- und Gesichtschirurg Lukas Eberle aus Brunnen, der Jelic heute behandelt. Eberle, der an den Spitälern von Schwyz und Einsiedeln operiert, entnahm ihr ein Stück ihres Beckenkamms, formte daraus in Handarbeit ein neues Implantat und ersetzte damit das alte. Zudem legte er ihr das Ohr wieder an. «Es kommt in der boomenden ästhetischen Chirurgie immer wieder vor, dass Menschen regelrecht verstümmelt werden. Vielen Operateuren fehlt es an Ausbildung und Erfahrung», sagt Eberle.


Gynäkologen, die Fett absaugen

Längst sind es nicht mehr nur plastische Chirurgen, die den jährlich 600 Millionen Franken schweren Markt unter sich aufteilen. Von den total rund 350 Hals-Nasen-Ohren-Ärzten beispielsweise bieten 70 Prozent auch ästhetische Eingriffe an. Und 170 der rund 1′120 Hautärzte und Gynäkologen saugen Fett ab, operieren Brüste oder straffen Bauchdecken. Dazu kommt eine unbekannte Zahl von Hausärzten, Kosmetikerinnen und selbsternannten Spezialisten.

Trotz der immer grösseren Nachfrage gibt es keine spezialisierte Ausbildungsstätte für die ästhetische Chirurgie. «In der Regel wird die Ausbildung an Kliniken für rekonstruktive Chirurgie gelehrt. Doch die Nachwuchsärzte haben oft zu wenig Patienten, um zu üben», sagt Margrit Kessler von der Schweizerischen Patientenorganisation. «Sie können oft erst in der eigenen Praxis Erfahrungen sammeln.» Wie viele Zwischenfälle jährlich passieren, weiss keiner.

© Beobachter Ausgabe 17 vom 15. Aug 2007 - Alle Rechte vorbehalten
Originalartikel unter: http://www.beobachter.ch/leben-gesundheit/artikel/plastische-chirurgie_guetesiegel-gegen-schoenheitsfehler/